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Kleinkinder
essen zeitweise wenig. Wenn sich die Kinder dabei wohl fühlen
und munter sind, ist dies überhaupt kein Grund zur Besorgnis.
Kinder dürfen essen, sie müssen nicht essen! Nicht dicke
Kinder sind gesunde Kinder. Der Teller des Kindes wird also mit
so geringen Mengen an Nahrung gefüllt, daß das Kind die
Möglichkeit hat, sich ein Nachschöpfen zu erbitten. Bleiben
Reste, werden diese kommentarlos abgeräumt. Wenn das Kind sehr
wenig gegessen hat, gibt es dann aber auch keinen Nachtisch oder
eine spätere Zwischenmahlzeit. Nur so können Eltern ihr
Kind durch konsequentes Verhalten zu einer vernünftigen Ernährung
und nicht zum Schlecker erziehen.
Was
braucht ein Kleinkind?
Mit Absicht werden weder Kalorien, noch Eiweiß-, Fett- oder
Kohlenhydrat- Tabellen genannt, da der Energiebedarf der Kinder
sehr unterschiedlich ist und immer die Gefahr besteht, daß
man sich schematisch an gewissen "Sollwerten" orientiert.
Die Ernährung ist die gesündeste, die möglichst naturbelassen
und vielfältig ist, ohne daß von einem Nahrungsmittel
zuviel gegessen wird!
Eiweiß
Als lebenswichtiger Baustoff sollte es ca 10 -12 % des Nahrungsangebots
ausmachen, wobei mindestens die Hälfte davon tierischen Ursprungs
( Milch, Milchprodukte, Fisch, Ei und Fleisch) sein sollte. So ist
für ein 2 - 3 jähriges Kind mit 300 ml Vollmilch, 50 g
magerem Fleisch und jeden 3. Tag 1 Ei der tägliche Bedarf an
tierischem Eiweiß gut gedeckt.
Fett
Fett ist der energiereichste Nährstoff. Hochwertig sind ungesättigte
Fettsäuren, wie sie in Butter, weicher Pflanzenmargarine und
pflanzlichen Ölen vorkommen. Sie sind auch für die Aufnahme
von fettlöslichen Vitaminen unverzichtbar. Sogenannte gehärtete
Fette wie Kokosfett, Schmalz und Talg sollten in der Ernährung
eine untergeordnete Bedeutung spielen.
35 - 40 % der Kalorien werden in einer abwechslungsreichen und schmackhaften
Kost durch Fett gedeckt. Hier muß unterschieden werden zwischen
"sichtbarem" und "unsichtbarem" Fett, wobei
man unter letzterem das in der Nahrung enthaltene, aber nicht sofort
erkennbare Fett versteht. Kinder werden oft zu fettreich ernährt.
Wegen des Energiereichtums und der Gefahr unerwünschter Gewichtszunahme
sollte man daher beim Brotaufstrich und beim Kochen mit Fett sparsam
umgehen.
Kohlenhydrate
Sie sind am leichtesten verdaulich und können am schnellsten
in Energie umgesetzt werden. Kinder mit ihrem Bewegungsdrang benötigen
daher ungefähr die Hälfte der Nahrungszufuhr in Form von
Kohlenhydraten.
Wertvolle kohlenhydratreiche Nahrungsmittel sind solche, die möglichst
weit naturbelassen sind und an denen wenig industrietechnisch manipuliert
wurde: z.B. Vollkornbrot, Graubrot, Haferflocken, Grieß.
Sie führen durch nicht zu schnelle Freisetzung der Energie
zu einem gleichmäßigeren Stoffwechselverhalten und enthalten
dazuhin noch wertvolle Spurenelemente, Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe
und Ballaststoffe.
Weniger wertvolle kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel sind Weißbrotprodukte,
Kuchen, Marmelade, Zucker, Honig, Limonaden, Fruchtsaftgetränke
und andere Süßigkeiten, die weder Vitamine, noch Spurenelemente,
Eiweiß oder die für die geregelte Verdauungstätigkeit
unentbehrlichen Ballaststoffe enthalten. Bei Süßigkeiten
besteht dazuhin noch die Gefahr der Zahnkaries.
Mineralien,
Spurenelemente und Vitamine
Natrium
nimmt man v.a. durch Kochsalz auf. In verarbeiteten Nahrungsmitteln
ist genügend Kochsalz, so daß zusätzliches Nachsalzen
im allgemeinen nicht wünschenswert ist. Zur Geschmacksverbesserung
empfehlen sich Kräuter.
Calcium
ist v. a. in Milch enthalten. Mit einem Viertelliter Milch pro Tag
ist der Calciumbedarf des Kleinkindes schon einigermaßen gedeckt.
Quark und Käse enthalten wenig Calcium.
Eisen
ist ausreichend in Fleischwaren, Fisch und Hülsenfrüchten
enthalten. Bei abwechslungsreicher Kost ist Eisenmangel nicht zu
befürchten.
Der
Vitaminbedarf wird ebenfalls am besten durch abwechslungsreiche
Kost bei reichlicher Zufuhr von Obst und Gemüse gedeckt. Vitamin
C geht durch langes Waschen von Gemüse, aber auch durch Lagerung,
langes Kochen und Warmhalten der Speisen verloren. Vitamine - insbesondere
als Multivitaminpräparate - sollten keinesfalls ohne ärztliche
Anordnung verabreicht werden, da Überdosierungen möglich
sind. Zum Appetitanregen taugen sie nicht, sie können auch
die vielfältigen anderen Mangelzustände bei falscher Ernährung
nicht beseitigen. Achten Sie also auf konsequent richtige Ernährungserziehung!
Jedes Kind sollte in seinen ersten 2 Lebensjahren täglich Vitamin
D erhalten. Gegen Karies
(Zahnfäule) erhält jedes Kleinkind bis 3 Jahre täglich
0,25 mg Fluor, von 3 bis 6 Jahren 0,5 mg. Bei familiärer Anlage
zur Kropfbildung empfiehlt sich eine vorsorgliche Gabe von Jod.
Allgemeine
Hinweise zur Ernährung Kleinkinder
Nach
Möglichkeit keine Flasche mehr! Getränke soll das Kind
jetzt aus der Tasse trinken. Zu langes Breifüttern fördert
die Kaufaulheit. Am besten Teilnahme am gemeinsamen Familientisch.
Dem Geschmack und dem Verlangen des Kindes darf man nur in engen
Grenzen nachgeben nach dem Motto: ab und zu gibt es auch das, was
man ganz besonders gerne ißt. Auf schwer verdauliche Speisen
wie Kohl und Hülsenfrüchte sollte im 2.Lebensjahr noch
verzichtet werden. Milch gibt man am besten als pasteurisierte Frischmilch,
notfalls auch H - Milch mit einem Fettgehalt von 3,5%. Teilentrahmte
Milch oder Magermilch sind ungeeignet. Rohmilch direkt vom Bauern
oder Vorzugsmilch müsste man abkochen, wodurch sie stark an
Wert verliert. Sterilmilch ist für Kinder ungeeignet, da viele
Vitamine vernichtet sind. Bitte kein Milchzwang! Manche Kinder haben
eine natürliche Abneigung gegen Milch, wobei immer der Verdacht
auf eine leichte Milchunverträglichkeit besteht. Als Ersatz
sind Sojaersatzgetränke im Handel, die Milch weitgehend ersetzen
können. Milch ist ein Nahrungsmittel, kein Getränk. Gibt
man sie zu reichlich, neigen Kinder manchmal zu Verstopfung.
Kinder brauchen viel zu trinken. Gut geeignet sind ungesüßte
Tees, Mineralwasser (sog. stilles Wasser), Malzkaffee und verdünnte
Obstsäfte. Kohlensäurehaltige Getränke, Limonaden
und Fruchtsaftgetränke sollten die Ausnahme bleiben.
Konserven kann man mitunter, aber keinesfalls ausschließlich
mit zur Ernährung heranziehen. Die schonendste Form der Lebensmittelkonservierung
ist Tiefkühlkost. Man kann sie zur Bereicherung des Speiseplans
bedenkenlos mit heranziehen.
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