In
Süditalien erkrankten im 1. Halbjahr 2002 mehr als 20.000 Menschen
an Masern; 3 der Erkrankten starben, 13 Personen erkrankten an einer
Masern-Gehirnentzündung. Fast alle Erkrankten waren nicht gegen
Masern geimpft. Kinderkram?
Leider denken viele Menschen
bei dem Begriff „Kinderkrankheiten“ an harmlose Erkrankungen,
an denen allenfalls Kinder erkranken können. Dabei verbergen
sich hinter diesem Wort meist sehr schwere Erkrankungen mit teilweise
tödlichem Verlauf oder bleibenden Behinderungen. Kinderkrankheit
heißen diese Erkrankungen aber, weil man wegen ihrer hohen
Ansteckungsrate meist schon im Kindesalter daran erkrankt. Zu diesen
Kinderkrankheiten gehören neben den Masern die Kinderlähmung,
Diphtherie (Würgengel der Kinder), Röteln, Mumps und Keuchhusten.
Dabei können Impfungen diese Kinderkrankheiten sowie eine Reihe
anderer Krankheiten wie Tetanus wirksam verhindern.
Die Impfung gegen die Kinderlähmung
(Polio) ist dafür ein beeindruckendes Beispiel: 1952 erkrankten
10.000 Menschen in Deutschland mit schlaffen Lähmungen an dieser
Krankheit; nach der Einführung regelmäßiger Schluckimpfungen
im Februar 1962 wurden nur noch 300 Erkrankungen registriert, im
Juni 2002 wurde Europa als poliofrei erklärt!
Leider
sind die Impfraten bei Masern, Mumps und Röteln in Deutschland
noch nicht auf dem Niveau, um das von der Weltgesundheitsorganisation
WHO gesetzte Ziel einer Ausrottung auch dieser Krankheiten zu erreichen.
Der Berufsverband
der Kinder- und Jugendärzte möchte auf die herausragende
Rolle der Impfungen bei der Vorbeugung von Krankheiten hinweisen.
Weil Kinderkrankheiten eben doch kein Kinderkram sind.
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