|
Als Ursachen von Ohrenschmerzen kommen in Betracht:
Die
akute Mittelohrentzündung
Als Folge eines an sich zunächst harmlosen Schnupfens können
Bakterien über die Ohrtrompete in das Mittelohr aufsteigen.
Dadurch kann dann eine akute Mittelohrentzündung werden, häufig
verbunden mit Fieber verbunden. Gelegentlich kommt es durch die
starke Entzündung hinter dem Trommelfell zu dessen Durchbruch:
Eiter entleert sich aus dem Ohr, was zur Entlastung führt und
so meistens die starken Schmerzen des Patienten lindert. Keine Angst!
Nach entsprechender Therapie schließt sich das Löchlein
im Trommelfell schnell wieder. Beim unruhig schreienden Säugling
und Kleinkind kann die Schmerzreaktion beim Druck auf den sog. Tragus
(knorpeliger Vorsprung vor dem Ohr) einen Hinweis auf das Vorliegen
einer Mittelohrentzündung geben.
Der
akute Mittelohrkatarrh
Dabei sammelt sich hinter dem geröteten Trommelfell Flüssigkeit
an. Vorsicht- ein solcher Katarrh kann leicht in eine Mittelohrentzündung
übergehen oder, wenn er chronisch wird, zu Hörstörungen
führen. Kurzfristige Kontrollen durch den Arzt werden notwendig
sein, um dies zu verhindern.
Die
akute Gehörgangsentzündung
Hierbei entzündet sich die Innenhaut des Gehörgangs durch
Bakterien, so dass es bis zum Gehörgangsfurunkel kommen kann.
Mumps
Bei Mumps sind die Ohrenschmerzen mit einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse
verbunden, was zum Abheben des Ohrläppchen führt.
Andere
Entzündungen
können ebenfalls mit Schmerzen ins Ohr ausstrahlen, so z.B.
eine Angina, Lymphknotenenzündungen im Halsbereich und Zahnprobleme.
Auch Kopfschmerzen werden vom Kind manchmal ins Ohr lokalisiert.
Fremdkörper
im Ohr
Nicht zuletzt können Ohrenschmerzen auch durch Fremdkörper
im Ohr bedingt sein.
Was ist zu tun?
Bei Ohrenschmerzen ist immer eine ärztliche Untersuchung notwendig.
Erste Hilfsmaßnahmen bis zum Arztbesuch:
Messen Sie die Körpertemperatur
Geben
Sie ein Schmerzmittel, falls das Kind weint und nicht zur Ruhe kommt
(z.B. ein übliches Fieber- bzw. Schmerz-zäpfchen). Ohrentropfen
darf man - wenn überhaupt - nur einmalig geben, da sie allenfalls
einen lokal schmerzlindernden Effekt, aber außer bei der Gehörgangsentzündung
keine heilende Wirkung haben. Sie benetzen das Trommelfell und den
Gehörgang und erschweren dadurch dem Arzt die Beurteilung.
Geben
Sie Ihrem Kind abschwellende Nasentropfen und lassen es etwa 5 Minuten
danach etwas trinken, wobei nach Möglichkeit die Nase zugehalten
werden sollte. Dadurch können Sie durch den Unterdruck, der
im Nasenrachenraum entsteht, eine Entlastung im Mittelohr über
die Ohrtrompete erreichen.
Lindernd
wirken außerdem warme Auflagen aufs Ohr wie eine Wärmflasche,
Kartoffelwickel oder angewärmtes trockenes Salz in einem alten
Strumpf. Über einen günstigen beruhigenden Effekt berichten
Eltern auch immer von Umschlägen mit einigen rohen Zwiebelscheiben,
die aufs Ohr aufgelegt werde.
Merke
Den Gehörgang darf man nicht mit Wattestäbchen reinigen.
Sie stören nur das Selbstreinigungsreinigungssystem des Gehörgangs,
fördern die Bildung von Ohrschmalzpfröpfen, und man gefährdet
das Trommelfell des Kindes bei unerwarteten ruckartigen Bewegungen.
Bei etlichen Kindern mussten die Trommelfelle nach dem unseligen
Hantieren am Ohr mit Wattestäbchen operativ wiederhergestellt
werden. Daher reinigt man die Ohrmuschel und den Gehörgang
nur mit einem Waschlappen.
Suchen Sie nach Ohrenschmerzen bitte spätestens am nächsten
Tag den Arzt Ihres Kindes auf, der die genaue Diagnose stellen und
eine eventuell notwendige weiter Therapie einleiten wird.
Bei der Mittelohrentzündung wird in der Regel eine Antibiotikatherapie
nötig, um die früher häufigen chronischen Mittelohr-
und Trommelfellschäden mit Hörverlusten vermeiden.
Beim Mittelohrkatarrh genügt häufig eine kurze intensive
Gabe von abschwellenden Nasentropfen 5 mal täglich jeweils
vor den Mahlzeiten, um der Situation Herr zu werden. Kurzfristige
Kontrollen durch den Arzt werden notwendig sein, um den Übergang
in eine Mittelohrentzündung nicht zu verpassen und das Chronischwerden
dieses Prozesses mit entsprechender Beeinträchtigung des Hörvermögens
zu vermeiden.
Auch als eine gewisse Vorbeugung im Hinlick auf eine Mittelohrentzündung
ist es sinnvoll, daß man bei Schnupfen frühzeitig und
konsequent abschwellenden Nasentropfen, jeweils vor den Mahlzeiten,
verabreicht.
Bei akuter Gehörgangsentzündung muß der Arzt unter
Umständen einen Gazestreifens in den Gehörgang einlegen,
der mit einem Medikament versehen ist; auch können hier außnahmsweise
Ohrentropfen sinnvoll sein.
Fremdkörper im Gehörgang müssen vom Arzt entfernt
oder abgesaugt werden.
|