| |
Unter
Umständen beherbergen sie gefährliche Krankheitserreger,
die sie mit ihrem Biss an Menschen weitergeben.
Die
häufigste durch Zecken übertragene Krankheit ist die Borreliose,
an der jährlich bis zu 40.000 Menschen in Deutschland erkranken.
Eine Borreliose beginnt oft mit Fieber, Kopfschmerzen und allgemeinem
Krankheitsgefühl. Typisch ist eine kreisförmige Rötung
der Haut, die an der Einstichstelle der Zecke entsteht. Sie wird
als "Wanderröte" bezeichnet, ist jedoch nur etwa
bei der Hälfte der Borreliosepatienten sichtbar.
In späteren Stadien können die verschiedensten Symptome
wie beispielsweise Muskelschmerzen, Lähmungen und Gelenkschmerzen
auftreten. Die Krankheit ist mit Antibiotika gut behandelbar; allerdings
muss rechtzeitig und in ausreichendem Umfang mit der Therapie begonnen
werden.
Die
FSME wird im Gegensatz zur Borreliose von Viren und nicht von Bakterien
ausgelöst. Sie ist auch nicht behandelbar, und das heißt:
Ist eine FSME einmal ausgebrochen, kann man nur noch versuchen,
ihre Symptome zu lindern.
Die FSME beginnt typischerweise wie eine Sommergrippe mit Fieber,
Abgeschlagen-heit, Kopf- und Gliederschmerzen. Danach ist sie unter
Umständen bereits wieder überstanden. Oder aber die Krankheit
geht auf das zentrale Nervensystem über. Dann kommt es zu einer
Hirnhaut-, Gehirn-, Rückenmarks- oder Nervenwurzelentzündung.
Bei schweren Verlaufsformen können Lähmungen, Dauerschädigungen
oder sogar Todesfälle die Folge sein.
Die
FSME tritt anders als die Borreliose nicht in ganz Deutschland auf,
sondern ist auf sogenannte Endemiegebiete beschränkt. Diese
Regionen befinden sich vor allem in Süddeutschland, in Bayern
und Baden-Württemberg. So ist auch der Landkreis Heilbronn
vom Robert-Koch-Institut seit drei Jahren als Risikogebiet eingestuft.
Gefährdet, an einer FSME zu erkranken, sind in diesen Regionen
nicht nur Förster oder Jäger, sondern alle, die sich viel
an der freien Natur aufhalten, zum Beispiel beim Wandern, beim Radfahren
oder bei der Gartenarbeit. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich
90 Prozent aller an einer FSME erkrankten Personen während
ihrer Freizeit infiziert haben.
"Trotz allem ist eine Panik vor Zecken nicht angebracht",
sagt Dr. Elisabeth Cyran, Leiterin des Gesundheitsamts des Heilbronner
Landratsamts.
Zecken
kann man zum einen gezielt ausweichen, denn sie halten sich nur
im Wald mit viel Unterholz auf, an Waldrändern, in Busch- und
Farnlandschaften oder in Flusstälern. Wichtig ist daher, beim
Spaziergang im Wald die Wege zu benutzen und nicht durch das Unterholz
zu streifen.
Wer sich jedoch oft in Zeckengebieten aufhalten muss, sollte dichtschließende,
helle Kleidung tragen. Dr. Cyran empfiehlt zum Beispiel lange Hosen,
die man als zusätzli-chen Schutz in die Stiefel stecken kann,
und ein langärmeliges, am Bund dichtschlie-ßendes Oberteil.
Es gibt auch zeckenabweisende Kombinationsprodukte zum Aufsprü-hen
auf Haut und Kleidung, die in der Apotheke erhältlich sind.
Eine
Möglichkeit ist auch, sich vorbeugend impfen zu lassen. Die
FSME-Impfung besteht aus zwei Teilimpfungen im Abstand von mindestens
zwei Wochen, wonach be-reits eine hohe Schutzrate zu verzeichnen
ist. Mit der dritten Impfung nach etwa einem Jahr wird ein langanhaltender
Schutz gewährleistet, der erst nach drei Jahren mit einer einzelnen
Impfdosis wieder aufgefrischt werden muss. Allerdings gibt es in
diesem Jahr für Kinder unter zwölf Jahren keine Impfmöglichkeit.
Bei Kindern verläuft die Erkrankung jedoch leichter und in
aller Regel ohne Folgeschäden.
Wer
sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke eingefangen
hat, sollte sie so frühzeitig wie möglich entfernen. "Sitzt
die Zecke fest, darf sie nicht mit Öl betupft oder ihr Körper
gequetscht werden", erklärt Dr. Cyran, "sonst injiziert
sie vermehrt Erreger in den Körper".
Besser ist, mit einer feinen Pinzette die Zecke am Mundwerkzeug
und so nah wie mög-lich an der Haut zu packen und mit rüttelnden
Bewegungen herauszuziehen. Spezielle Zeckenzangen sind oft zu grob.
|